Mit dem Ergebnis hat man dann eine menge Spaß 

Toleranz ist eine Tugend
die Frieden schafft. 
(15.08.2011) Zahlreiche Kanuten sind im Emsland beheimatet, die ihrem Hobby unter anderem auf Ems und Hase ausgiebig zu frönen wissen. Dass auch der Bau von Kanus durchaus ein Hobby für jedermann sein kann, zeigt das Beispiel der beiden Tischlermeister Heinrich-Wilhelm Letterhaus und Michael Meyer aus Meppen, die bereits seit über 10 Jahren Kanus aus Holz in ihrer Freizeit bauen.
„Im Grunde ist der Bau eines solchen Bootes für jeden ambitionierten und etwas handwerklich geschickten Selbstbauer leicht möglich“, berichtet Heinrich-Wilhelm Letterhaus. „Jedoch bedarf es natürlich auch diverser Utensilien vom Schraubstock bis zur Kreissäge“, erläutert der Chef der gleichnamigen Schreinerei in Meppen. Sein Mitarbeiter Michael Meyer fügt hinzu: „Wichtig dabei ist die Fachliteratur für Selberbauer. Die ist in jedem Buchhandel erhältlich. Dort sind alle einzelnen Schritte aufgeführt, allerdings sind Bücher über Kajak und Kanubauten oftmals nur in Englisch erhältlich, zudem ist die Größenangabe häufig in foot und inches aufgeführt. Allein das Verstehen und Umrechen bedarf einiger Zeit.“
Unterstützung bekommen die beiden von Franz Klene vom Kanu-Club Meppen. „Allein der Beginn eines Kanubaus wirft ja bereits Fragen auf“, erläutert Letterhaus. „Was für eine Art Boot soll es denn überhaupt werden?“ Man unterscheidet zwischen Kanus, auch Kanadier genannt, und Kajak.
Das Kanu ist ein offenes Paddelboot, in dem 2 oder mehr Personen Platz finden. Die Formen sind Jahrtausende alt und stammen von den Nordamerikanischen Indianern. Es wird mit Stechpaddel bewegt.
Der Kajak (umgangssprachlich: das Kajak) ist ein geschlossenes Boot (mit Deck), das nur eine bzw. 2 Öffnungen hat, in denen man sitzt. Die Öffnungen werden mit einer Spritzdecke wasserdicht verschlossen, man sitzt mit ausgestreckten Beinen darin und tiefer als im Kanadier. Eskimos bauten solche Kajaks.
Letterhaus und Meyer erstellten bereits beide Modelle. „Bei unseren Booten handelt es sich genaugenommen um ein mit Zedernholz geplanktes Leistenkanu, welches in ‚Sandwichbauweise‘ erstellt ist, was bedeutet, dass die Zedernleisten mit Glasfaser und Epoxidharz beidseitig laminiert sind, um sie wasserresistent und formstabil zu machen. Der Vorteil, zu den heute marktüblichen Kanus in Kunststoffbauweise liegt im äußerst geringen Gewicht aufgrund der fehlenden Innenspanten, in der Robustheit, und schöner sind sie obendrein“, sagt Letterhaus über seine Boote. Jedes Kanu wird über ein Modell in vielen kleinen Schritten formverleimt. „Zuerst erstellen wir das Mallspantenmodell, eine Art grobes Gerippe. Das muss genau nach den Anweisungen aus der Lektüre gebaut werden. Darüber spannen wir dann die einzelnen Zedernholzleisten (20x6 mm). Ähnlich wie Nut und Feder besitzen diese Leisten eine Rundung und eine Hohle, so dass man sie in eine Form biegen und verleimen kann.
„Schwierig wird es dann bei der Zusammenführung der Leisten vorn und hinten am Boot. Sogenannte Steven werden durch Wasserdampf erhitzt und in Form gebogen, sodass sie innen und außen die Leistenzusammenführung abrunden. „Dieses Biegen der breiten Holzleisten bedarf die meiste Arbeitszeit und ist im Gegensatz zu den anderen Arbeiten äußerst aufwendig“, beschreibt Meyer den Arbeitsgang. Hier rät er allen Selbstbauern, eher einen Fachmann aufzusuchen, als in der Garage mit heißem Wasserdampf zu hantieren. „Der Rest wiederum geht allerdings ganz einfach und ist in jeder gut ausgestatteten privaten Werkstatt zu bewerkstelligen“, ermuntert Letterhaus dennoch Selbstbauer zum Bauen eines Kanus. Allerdings gibt er zu, dass es ein durchaus aufwendiges Hobby ist. „Etwa 150 bis 300 Stunden benötigen wir Holzexperten dafür, um ein Kanu bzw. Kajak zu bauen. Privat bedarf es sicherlich noch etwas mehr Zeit.“
Zeit ist auch das entscheidende Kriterium, warum Letterhaus den Bootsbau nicht als Verkaufsschlager für seine Tischlerei entdeckt hat. „Aufgrund des hohen Zeitaufwandes würde ein solches Boot äußerst kostspielig werden und ist daher nur schwerlich an den Mann zu bringen.“ Zwar sei die Pflege der fertigen Kanus aufgrund der wasserabweisenden Stoffe später äußerst einfach, dennoch sehen die beiden Tischlermeister ihre Zukunft kaum im Bau von Kajaks und Kanus. „Hier ist der Weg das Ziel, die Arbeit am Boot und am Ende die entspannte Fahrt mit den Kanus auf der Hase und auf der Ems.“
Vor allem in den Wintermonaten bauen beide in den Abendstunden an den Booten. Für den kommenden Winter haben sich Letterhaus und Meyer vorgenommen, ein „Wood and Canvas Kanu“ herzustellen. Diese vorwiegend um 1910 gebauten traditionellen indianischen Kanus zeichnen sich dadurch aus, dass sie gebogene Innenspanten haben und von außen mit einem Schutzbezug aus Segeltuch (Canvas) bespannt sind. „Momentan sind wir noch bei den Berechnungen, aber im Winter soll es losgehen“, freuen sich Letterhaus und Meyer auf den kommenden Winter. Selbstverständlich stehen beide auch anderen Kanuselbstbauern bei Fragen zur Verfügung. „Hobby´s teilt man gern“, sind sich beide einig.