Das gefällt mir, eine Art "Berufsfindungswoche"!
Leben ist das,was passiert,während du eifrig dabei bist, andere Pläne zu machen. (John Lennon)
(02.09.2011) Ist soziale Arbeit etwas für mich? Eine Antwort darauf bietet Schülern jetzt das Projekt „Szenenwechsel“, das im Oktober bereits zum fünften Mal von den Diakonischen Werken des Evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Lingen/Bentheim und Leer, der Arbeitsstelle Freiwilligendienste des Bistums Osnabrück und dem Diakonischen Werk der Evangelisch- reformierten Kirche durchgeführt wird.
Jugendliche ab 15 Jahren können hier die Zeit in den Herbstferien sinnvoll nutzen und in fünf Arbeitstagen (17. bis 21. Oktober) in einer sozialen Einrichtung freiwillig hospitieren und helfen und so herausfinden, ob die soziale Arbeit ihnen Spaß bereitet.
„Wir haben in den vergangenen Jahren sehr gute Erfahrungen mit dem Szenenwechsel gemacht“, sagte Pastor Dietmar Arends, Vorsitzender des Diakonischen Werkes der ev.-ref. Kirche, im Pressegespräch. Deshalb werde auch in diesem Jahr ein weiteres Mal diese Aktion stattfinden. „Vor allem, weil wir merken, dass immer mehr Einrichtungen, aber auch Jugendliche an unserem Projekt teilnehmen“, fügte Anja Mählmann, verantwortlich für das Projekt, hinzu. Anfangs hätten gerade einmal sechs Jugendliche teilgenommen, im vergangenen Jahr waren es bereits 70.
„Wir hoffen natürlich auf mehr, auch weil wir ein breites Angebot an Einrichtungen zu bieten haben und konfessionsübergreifend arbeiten“, so Mählmann.
Mehr als 59 soziale Einrichtungen beteiligen sich in diesem Jahr mit 130 Einsatzstellen, verteilt über die Landkreise Emsland, Bentheim und Ostfriesland.
Dabei versuche man, für die Teilnehmer jeweils ortsnah Einrichtungen zu finden, um lange Anfahrtswege zu vermeiden.
Für Günter Sandfort, Vorstandsmitglied des Caritasverbandes für die Diözese Osnabrück, profitieren beide Seiten von dem Projekt. „Zum einen haben Jugendliche hier die Möglichkeit, zu erfahren, ob sie für einen sozialen Beruf geeignet sind, zum anderen aber haben die Einrichtungen die Möglichkeit, Interesse für soziale Arbeitsbereiche zu wecken und gleichzeitig geeigneten Nachwuchs zu finden.“ Zudem erleben Jugendliche die Situation Hilfsbedürftiger aus einem ganz neuen Blickwinkel. „Ein großer Schritt bei der eigenen Persönlichkeitsentwicklung“, wirbt Sandfort für die Teilnahme.
Respekt zollte er bereits vor dem Start den Teilnehmern. „Immerhin opfern sie ihre Ferien, um freiwillig zu arbeiten.“ Jedoch werde beispielsweise am Ende der Woche eine gemeinsame Veranstaltung winken, auf der allen Teilnehmern ein Zertifikat überreicht werde, welches die eigene Bewerbungsmappe aufpeppe. „In vielen Fällen brauchten aber die Jugendliche sich später gar nicht mehr zu bewerben, sondern hatten sich während der Woche so gut präsentiert, dass sie während der Schulzeit weiter an den Einrichtungen arbeiteten und später ihre Ausbildung dort machten“, ergänzte Rüdiger Laack. „Hier können Jugendliche jetzt schon ihren beruflichen Weg einschlagen“, so der Geschäftsführer des Diakonischen Werkes Emsland-Bentheim.
Zudem biete sich die Möglichkeit, der zunehmenden Individualisierung vorzubeugen, da Menschen zusammengebracht würden, die im Alltag oft nur wenig Miteinander zu tun hätten. „Weg vom Facebook-Freund und hin zum realen Leben“, rührte Laack die Werbetrommel.
Abschlussveranstaltung
Das Projekt Szenenwechsel beginnt mit einer Einführungsveranstaltung am 13. Oktober im Nahbereich der Teilnehmer und endet ebenso mit einer gemeinsamen Abschlussveranstaltung am 22. Oktober.
Eine Anmeldung für das Projekt ist ausschließlich möglich über das Internet auf www.szenenwechsel-info.de.
Weitere Informationen sind auch erhältlich bei Anja Mählmann unter der Telefonnummer 0591/8004135.