Emsland
 

Bildung & Lernen

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(Name nicht öffentlich) (Mitarbeiter Neue OZ / EL-Nachbarn)
26.01.12, 10:29 Uhr

Morgen gibt es wieder mal Schulzeugnisse.

Für die meisten Nachbarn, liegt das wohl schon eine Weile zurück, aber wir haben doch alle noch Erinnerungen an diese Tage.
Die Halbjahreszeugnisse waren ja auch immer ein Ausblick, auf das was uns bis zum Sommer noch erwartet hat. Ermahnung, Verwarnung oder Glücksgefühle.

Wie ist das Heute? Erwarten wir gespannt die Zeugnisse der eigenen Sprösslinge, der Enkel oder auch Patenkinder, Nichten und Neffen? Werden Belohungen oder Tadel verteilet?

Wie war das früher bei den eigenen Zeugnissen?

Oder haben wir gar Lehrer in dieser Runde? Mich würde dann ja interessieren, wie Lehrer einen solchen Tag empfinden. Spürt der Lehrkörper den Druck, den Zeugnisse auf die Kinder oder junge Erwachsene ausüben?

Wir freuen uns auf Ihre/Eure Antworten.

Viele Grüße

Bastian


Hinweis: Ausgewählte Kommentare können mit Bild und Namen in der Ems-Zeitung veröffentlicht werden.

 

8 Antworten

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26.01.12, 17:48 Uhr

Hallo lieber Bastian, die Zeugnisse waren in meiner Kindheit noch in kleinen, grünen Heften,
die einen die ganze Zeit durch die Volksschule begleiteten.
Da konnten sie auch nicht verloren gehen und man konnte immer wieder mal schauen wie es so in den Jahren vorher war.
Die Fächer hatten noch Namen wie
Heimatkunde,
Lesen,
Deutsch,
Raumlehre
Kunst und Turnen.
Rechnen und Schreiben und da war auch noch Religion.
Es gab Wiewörter und so einiges mehr, was heute bei meinen Enkelkindern Lachanfälle auslöst.
Bei uns wurde nie eine Strafe verhängt, wenn das Zeugnis nicht so ganz toll war.
Es wurde mit uns darüber geredet und dann hieß es lernen.
Ich bin noch heute dankbar , dass ich nie Angst haben musste, mit einem Zeugnis
nach Hause zu kommen und habe das auch bei unseren Kindern so gehalten.


Liebe Grüße Ingrid


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Toleranz ist eine Tugend
die Frieden schafft.

 
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26.01.12, 22:25 Uhr

warum soll ich morgen tadeln oder loben?? Hab doch das ganze Halbjahr Zeit genug. Ich verfolge das ganze Halbjahr die Leistungen - da brauche ich morgen keine Welle machen, wenn es dann nicht so toll sein sollte.. Ich bin immer ziemlich (!!) auf dem Laufenden und dann passt das schon.


Einzeln sind wir Worte - zusammen ein Gedicht.
(Georg Bydlinski)

 
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26.01.12, 22:58 Uhr

Ich war selber Lehrerin und weiß, wie Zensuren zustande kommen. Die sind nämlich sehr viel weniger objektiv, als man glauben möchte.
Deshalb habe ich meinen Kindern gesagt, dass sie zusehen sollten, einigermaßen anständig die Schule zu absolvieren - bei schlechten Zensuren habe ich mich nie aufgeregt ( glaube ich jedenfalls ), waren mir meine eigenen "Leistungen" in naturwissenschaftliche Fächern doch immer sehr gegenwärtig...
Und siehe da! Alle drei haben es ganz prima geschafft!
LG Hedi


Allem kann ich widerstehen, nur der Versuchung nicht ( Oscar Wilde )

 
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26.01.12, 23:46 Uhr

Hallo Bastian,
das sind auch in der heutigen Zeit gute Fragen!!!
Ich kann mich den Ausführungen meiner Vorgängerinnen anschließen. Natürlich wurde zu meiner Schulzeit darauf geachtet, dass wir unsere Schularbeiten gut erledigten. Es hieß auch immer wieder: "Passt up in'ne Schaule, daormit ih wat vör't Lääwen leert." Wenn es mal nicht so gute Zensuren gab, wurden wir ermuntert, uns im nächsten Jahr mehr anzustrengen.

So in etwa habe ich es auch mit meinen Kindern gemacht. Oft gab es sogar Überraschungen und das Zeugnis war besser ausgefallen, als erwartet. Das gab natürlich einen enormen Schwung. Wie oft wir unsere Kinder ermuntert haben, weil sie späterhin glaubten, die "großen" Prüfungen nicht zu schaffen, kann ich nicht mehr sagen.

Ich finde es immer ganz furchtbar, wenn es heißt, es sind Kinder nach der Zeugnisausgabe - aus Angst vor Strafe - nicht nach Hause gekommen. Eltern, die einen solchen Druck ausüben, sollten ihre Kinder lieber einmal mehr in den Arm nehmen.

Unsere Kinder haben alles prima geschafft und darauf bin ich stolz.
LG Ursula


Nichts auf der Welt ist dem Menschen mehr zuwider, als den Weg zu gehen, der ihn zu sich selber führt! Hermann Hesse

 
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(Name nicht öffentlich) (Mitarbeiter Neue OZ / EL-Nachbarn)
27.01.12, 15:11 Uhr

Danke Euch, für die tollen und spannenden Antworten!

- Ingrid: Was ist denn Raumlehre? Davon hab ich noch nicht gehört. Geht das in Richtung Mathematik?

- Marita: Stimmt, ich hab gestern noch die Aussage gehört, " Wenn ich über die Zensuren meiner Kinder überrascht wäre, hätte ich irgendwas in der Erziehung falsch gemacht!" Fand ich eine tolle und sehr wahre Aussage!

- Hedi: Danke für die Offenheit Ich hat als Schüler selbst oft das Gefühl, dass ich nicht immer Objektiv und zu Subjetiv (manchmal auch zu positiv ) beurteilt wurde.

- Ursula: Ich glaube auch, dass es sehr wichtig ist, den Kindern immer ein gutes Gefühl zu geben. Egal wie die Schule gerade läuft. Am Ende lernt sowieso jeder für sein Leben! Wobei es schwierig ist, einem Kind direkt zu vermittlen, warum nun ausgerechnet Trigonometrie oder das Periodensystem wichtig sind für das spätere Leben.

 
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27.01.12, 16:38 Uhr

In meiner Schulzeit von 1961 bis 1970 hieß Geometrie noch Raumlehre:

Formenkunde, von Linien und Winkeln, Berechnung von Figuren und Körpern, die einfachsten Elemente der Buchstabenrechnung etc.

 
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29.01.12, 12:24 Uhr

 

In meiner Schulzeit von 1961 bis 1970 hieß Geometrie noch Raumlehre:

Formenkunde, von Linien und Winkeln, Berechnung von Figuren und Körpern, die einfachsten Elemente der Buchstabenrechnung etc.



Danke liebe Monika, jetzt weiß es der Bastian.
Wir hatten noch viele solcher alten Begriffe.
War alles ganz einfach ausgedrückt
Nachdem ich es geschrieben hatte sind mir noch so einige eingefallen.
Vielleicht sollte man ein Forum damit bestücken.
Liebe Grüße In deinen Sonntag wünscht die Ingrid


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Toleranz ist eine Tugend
die Frieden schafft.

 
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29.01.12, 15:18 Uhr

Ich kenne den Begriff "Raumlehre" ebenfalls noch. Genau wie von Monika beschrieben.

Ich bin der Meinung, dass Noten wenig über die tatsächlichen Fähigkeiten eines Schülers aussagen. Es sind immer nur Momentaufnahmen und sie stehen in Abhängigkeit zu vielen anderen Faktoren. Das weiß ich aus eigener Erfahrung.

Eine große Rolle spielt zum Bespiel der Lehrer. Ist er in der Lage, den Lerninhalt zu vermitteln? Ist er gerecht oder benotet er nach Sympathie? Ich habe erlebt, dass Lehrer durchaus ihre Lieblinge hatten und schon mal ein Auge zudrückten während "schwierige" Schüler streng benotet wurden.

Meine eigene Motivation, gute Noten erreichen zu wollen, hing auch davon ab, ob mir ein Fach lag und ob ich den Lehrer mochte.

Aufgrund dieser Erfahrung habe ich auch bei meinen Kindern den Notendurchschnitt auf ihrem Zeugnis nicht als Beurteilung für ihre Intelligenz oder ihr wirkliches Können betrachtet. So konnten sie sich immer ohne Zeugnisangst auf die Ferien freuen.